Technik
Ohne Strom geht nichts. Man sieht ihn nicht, man hört ihn nicht und
doch ist er bei jeder Funktion für Spaß und Sport, Sicherheit und
Wohlbefinden unerlässlich.
Für Spannung ist gesorgt
wei mächtige Gießharz-Transformatoren mit einer Leistung von 1.600 KVA
und ein Starkstromleitungsnetz von mehr als 100 Kilometer Länge sorgen
im Untergeschoss für eine konstante und sichere Energie-Versorgung der
Systeme. Sollte es intern oder im öffentlichen Netz dennoch einmal zu
einer Störung in der Stromversorgung kommen, sorgen batteriegestützte
Anlagen dafür, dass die Gäste jederzeit informiert werden können und
über beleuchtete Fluchtwege den Weg ins Freie finden. Die
Beleuchtungsanlagen selbst, die eigentlich nur ein Teil der
elektrotechnischen Anlagen ausmachen, sind vermutlich das Einzige, was
der unbedarfte Besucher und Badegast von der komplexen und ausgedehnten
elektrotechnischen Anlage wahrnimmt.
Bei der Auswahl der Leuchten waren die Funktionalität – hohe
Lichtausbeute bei geringstem Energieverbrauch – ebenso wichtig wie auch
eine moderne Bauart und ein hoher gestalterischer Anspruch.
Individuelle Regelungen, Tageslichtfühler und Präsenzmelder ermöglichen
ein bedarfs- und nutzungsgerechtes Beleuchtungsniveau. Um die
Regelungen und Schaltungen veränderten Anforderungen jederzeit anpassen
zu können, sind im Projekt frei programmierbare Installationssysteme
ausgeführt. Die technische Leitung wird damit zu jeder Zeit visuell an
zentralen PC-Bildschirmen über einzelne Schalt- und Anlagenzustände
informiert.
Die Technik macht’s. Annähernd die Hälfte der Grundfläche eines
üblichen Freizeitbades bleibt für den Besucher unzugänglich. Sie ist
dem Wartungspersonal sowie einer Vielzahl von technischen Einrichtungen
vorbehalten. Im neuen Nettebad sind diese Flächen überwiegend
dachseitig und unterhalb der Badeebene angeordnet.
Über, unter und hinter den Kulissen
Im Keller sorgen Pumpen für die beachtliche Umwälzung von über
2.000.000 Liter Wasser pro Stunde. Diese Pumpen leiten das Wasser u. a.
durch modernste Filteranlagen, die durch innovative Verfahrenstechnik
40 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Filteranlagen sparen können.
Ein deutlich reduzierter Betriebsmittelverbrauch ist neben den
geplanten Solarabsorberanlagen Beleg für die Absicht, Freizeitspaß und
Wassersport Ressourcen schonend und ökologisch verträglich zu
gestalten. Wasser-Versorgung und Aufbereitung Das Nettebad wird über
einen nahe gelegenen Brunnen versorgt. Eine zweite Einspeisung über das
Trinkwassernetz der Stadtwerke gewährleistet die Versorgungssicherheit.
Die Warmwasserbereitung für die insgesamt 107 zentral gesteuerten
Duschanlagen erfolgt zentral über ein Speicherladesystem. Für die
Warmwasser-Versorgung der Gastronomie ist ein separater Speicher
vorgesehen. Wärmeerzeugung Die Wärmeerzeugung übernehmen ein
Brennwertkessel und ein Niedertemperaturkessel mit jeweils 800 kW sowie
ein Blockheizkraftwerk mit 120 kW thermischer Leistung. Der
überwiegende Teil der Beheizung wird durch die Lüftungsanlagen
realisiert. In einigen Räumen, vornehmlich an den Außenfassaden, werden
zusätzlich Heizflächen eingesetzt, um die Transmission zu decken.
Lufttechnische Anlagen
Entsprechend den Nutzungsgruppen wurden insgesamt acht Zentralanlagen
mit einer Luftleistung von insgesamt 150.000 m2/h realisiert. Die
Anlagen sind mit hocheffizienten z. T. patentgeschützten
Wärme-Rückgewinnungssystemen ausgerüstet, mit der bis zu 1.100 kW
Wärmeleistung eingespart werden kann.
Badewassertechnik
Für alle Becken bzw. Aufbereitungskreisläufe wurde das Verfahren
„Flockung-Filterung-Desinfektion“ gemäß DIN 19643 Teil 2 gewählt. Zur
Filterung werden neu entwickelte, patentierte Mehrschichtfilter als
geschlossene Filter im Unterdruckverfahren eingesetzt. Diese Filter
benötigen wesentlich weniger Strom und Spülwasser als übliche
Druckfilter bei besserer Reinigungswirkung und kompakterer Bauform. Die
Filtertechnik wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU,
Osnabrück) gefördert und durch die Fachhochschule Osnabrück in den
nächsten Jahren wissenschaftlich begleitet. Das für die Filterspülung
notwendige Wasser wird nicht in jedem Schwallwasser-Behälter
vorgehalten, sondern in einem separaten Spülwasser-Behälter zentral
gespeichert. Der Behälter wird zum einen mit Frischwasser und zum
anderen nach entsprechender Aufbereitung mit dem Überlaufwasser der
Sauna-Tauchbecken von 4 m3/h, die sonst verloren gingen, gespeist. In
einem weiteren, von der DBU gefördertem Pilotprojekt wird eine
Aufbereitungsanlage für Schlammwasser im Nettebad erprobt. Dies führt
in der Zukunft zu einer Reduzierung der Frisch- und Abwassermengen.